Correio da Manhã - Portugal | Freitag, 17. Februar 2012
Im Kopf so unbeweglich wie in der Krise
Die aktuelle Krise in Portugal hat nicht nur wirtschaftliche, sondern auch kulturelle Gründe, meint die Boulevardzeitung Correio da Manhã: "Man muss sich nur die empörten Reaktionen über das neue System der geographischen Mobilität im öffentlichen Dienst anschauen. Die Idee der Regierung: Wenn es hier keine Arbeit gibt, muss der Beamte eben umziehen. Dahin, wo er gebraucht wird. Eigentlich nichts einfacher als das: Wenn man zwischen Arbeitslosigkeit und Ortsveränderung entscheiden muss, zumal in einem Land von der Größe eines Nachttopfs, entscheidet sich jeder vernünftige Mensch sofort für das Zweite. Besonders, wenn man eine Familie zu ernähren hat. Doch in Portugal hat man eine besondere Sicht der Dinge: Der Traum eines durchschnittlichen Portugiesen ist, in der ersten Etage zu leben, in der zweiten zu arbeiten, in der dritten den Urlaub zu verbringen und schließlich das Rentenalter im Pflegeheim zu verleben, das sich in der vierten Etage befindet. Und wenn die Zeit gekommen ist, das Bestattungsinstitut in der fünften zu haben. … Das Land zu reformieren ist nicht schwer, die Köpfe seiner Einwohner um so mehr."
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