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Corriere del Ticino - Schweiz | Dienstag, 6. März 2012

Schweiz knickt ein im Steuerstreit mit USA

Das Schweizer Parlament hat am Montag einen Zusatz zum Doppelbesteuerungs-Abkommen mit den USA verabschiedet, der sogenannte Gruppenanfragen bei Verdacht auf Steuerhinterziehung zulässt. Die Schweiz ist eingeknickt, kritisiert die liberale Tageszeitung Corriere del Ticino und zieht dem Abkommen mit den USA die bilateralen Absprachen mit EU-Ländern vor: "Man darf sich keine Illusionen machen. Die Schweiz ist in die Defensive gegangen und versucht nur mehr, den Schaden in Grenzen zu halten. Die Fehler einiger Schweizer Banken haben die Position des Landes zu sehr geschwächt. Eine starke Reduzierung des Privatkundengeschäfts von Schweizer Banken in den USA ist absehbar. Doch sind die US-Amerikaner in dem Bereich nicht die Hauptkunden der Schweiz. Von diesem Standpunkt aus gesehen sind die Steuerabkommen mit der EU weitaus wichtiger. Wenn Berlin und London sich an die bilateralen Absprachen halten, wird die EU am Ende entweder auf gemeinschaftlicher Ebene mit Bern in dieser Richtung verhandeln oder es den einzelnen Ländern anheimstellen, zu bilateralen Einigungen zu kommen."

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