Gazeta Wyborcza - Polen | Freitag, 20. April 2012
Schweiz ohrfeigt Polen
Die Schweizer Regierung hat am Mittwoch die Zuwanderung aus acht osteuropäischen Staaten eingeschränkt. Vom 1. Mai an werden jährlich nur noch etwa 2.000 Aufenthaltsbewilligung für Menschen aus Tschechien, Estland, Lettland, Litauen, Ungarn, Polen, Slowenien und der Slowakei erteilt. Die Polen sind die Prügelknaben für hausgemachten Probleme der Schweiz, klagt die liberale Tageszeitung Gazeta Wyborcza: "In unserem Teil Europas wirkt die Abriegelung des Schweizer Arbeitsmarkts wie eine Ohrfeige. ... Außenminister Radosław Sikorski hat die Polen zum Boykott der Schweizer Kurorte aufgefordert. Und man kann ihm das nur schwer verdenken, weil man uns als Europäer zweiter Kategorie behandelt. ... Ist der polnische Klempner denn tatsächlich daran schuld, dass es den Schweizern schlechter geht? Nein. Das dürfte nämlich der hohe Frankenkurs sein. Deshalb ist der Import von Schweizer Uhren oder Spezialmaschinen unbezahlbar teuer geworden. Und die Konzerne werden immer schwächer … Und die Arbeitslosigkeit? Sie ist trotz der Zuwanderung nicht gestiegen und betrug gerade einmal 3,4 Prozent."
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