Delo - Slowenien | Montag, 23. April 2012
Kriegsverbrechen wie in Katyn verjähren nicht
Mehr als 70 Jahre nach dem Massaker von Katyn hat der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) am vergangenen Montag Russland wegen menschenunwürdiger Behandlung der Angehörigen der damaligen Opfer verurteilt. Die linksliberale Tageszeitung Delo findet die Botschaft des EGMR ist nicht nur für Polen wichtig, sondern auch für die Staaten des ehemaligen Jugoslawiens, die immer noch Kriegsverbrecher jagen: "Sie suchen deshalb vergeblich, weil die meisten Länder die Konvention über die Nichtanwendbarkeit von Verjährungsvorschriften auf Kriegsverbrechen noch immer nicht anerkennen. Nur ein Drittel der Mitglieder der Vereinten Nationen hat dieses Dokument unterzeichnet - übrigens keines der G8-Länder. Das sagt viel über die Einstellung der heutigen Welt gegenüber Kriegsverbrechen aus. Zahlreiche angesehene Staaten haben nämlich viele Sünden auf dem Gewissen, sowohl aus dem Zweiten Weltkrieg als auch aus späteren Konflikten. Deshalb wollen diese Länder nicht, dass sich ihre hohen Offiziere und führenden Politiker vor Gericht verantworten müssen. ... Doch das Beispiel Katyn zeigt, dass es noch nicht zu spät ist und dass Kriegsverbrechen nie verjähren."
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