Standart - Bulgarien | Mittwoch, 25. April 2012
Ungarn hat keine Lust auf Nabucco
Der ungarische Energiekonzern Mol hat angekündigt, aus dem europäischen Gaspipeline-Projekt Nabucco aussteigen zu wollen. Angesichts der unklaren Situation hat die Tageszeitung Standart volles Verständnis dafür: "Ursprünglich sollte Nabucco 2013 fertig sein, zuletzt hieß es dann 2015 oder 2017. Keiner weiß es so genau. Nach etlichen Dienstreisen nach Aserbaidschan und festen Erklärungen, dass Nabucco eine Priorität sei, ist immer noch kein Gas in Sicht. Da ist es doch völlig verständlich, wenn den Ungarn der Kragen platzt. ... Nach acht Jahren hat Orbán keine Lust mehr, auf die europäische Solidarität zu warten und versucht nun, die Energieunabhängigkeit seines Landes selbst in die Hand zu nehmen. Anderseits hat Europa ohne eine gemeinsame Position gegenüber Russland schlechte Karten im Kampf um faire Preise und Lieferbedingungen. Leider fehlt Europa eine gemeinsame Position und jeder rettet sich, wie er kann."
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