Heti Világgazdaság - Ungarn | Donnerstag, 26. April 2012
Für Cas Mudde ist Jobbik radikaler als andere rechtsextreme Parteien
In Ungarn ist laut aktuellen Umfragen die rechtsradikale Partei Jobbik die drittstärkste Kraft. Der US-amerikanische Politikwissenschaftler Cas Mudde erklärt in der linksliberalen Wochenzeitung Heti Világgazdaság, dass Jobbik noch radikaler ist, als ihre Pendants in Ost- und Westeuropa: "In gewisser Hinsicht ist Ungarn mit dem Vorpreschen von Jobbik zu einem 'normalen' europäischen Land geworden. In rund der Hälfte der EU-Mitgliedsstaaten sitzen rechtsradikale Parteien in den Parlamenten, zweifelsohne gehört Jobbik dabei zu jenen Kräften, welche die größte Zustimmung der Wähler genießen. ... Allerdings weicht die Situation in Ungarn von der in anderen Ländern ab. ... Jobbik ist radikaler als ihre Schwesterparteien in Osteuropa, die gemeinhin extremer sind als die rechtsextremen Parteien in Westeuropa. ... Jobbik ist nicht nur antisemitischer als andere rechtsradikale Parteien, sondern auch in hohem Maße revanchistisch. So pocht die Partei darauf, die ehemals verlorenen 'ungarischen Gebiete' zurückzuerlangen. ... Der größte Unterschied besteht aber darin, dass Jobbik die einzige rechtsradikale Partei ist, die eine paramilitärische Organisation unterhält (die Ungarische Garde). Und diese richtet sich noch dazu offen gegen den Staat."
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