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Libération - Frankreich | Montag, 21. Mai 2012

Hollande tut zu normal

Frankreichs Präsident François Hollande versucht, sich durch einen nüchternen Regierungsstil von seinem Vorgänger Nicolas Sarkozy abzuheben. Doch die Pose nimmt ihm die linksliberale Tageszeitung Libération nicht ab: "Der französische Präsident hält an roten Ampeln, der Premier verbringt seinen Urlaub im Wohnmobil, eine Ministerin kommt mit der S-Bahn zur ersten Kabinettssitzung und trägt Jeans - ach ja, Jeans, dieses Kleidungsstück, das die Welt verändern kann, so wie der Kapuzenpulli von Mark Zuckerberg. Die Regisseure dieser Inszenierung wollten den ersten Tagen von Hollandes Präsidentschaft offenbar den Anschein einer skandinavisch anmutenden Normalität geben. Da winkt jemand mit dem Zaunpfahl. Als ob man das Bild von der Rückkehr zur Normalität so schnell wie möglich in allen Köpfen verankern müsste. ... Der Todfeind dieser Regierung ist nicht das konservative Lager, sondern die Skepsis. Ob jung oder alt, wir haben noch keine Regierung erlebt, die tat, was sie sagte, und sagte, was sie dann tat. Bei den über 50-Jährigen erinnern sich noch viele an Mitterand, Chirac und Sarkozy als einen Haufen ausgebuffter Schlauköpfe, deren Muttersprache die Verlogenheit war."

» zur gesamten Presseschau vom Montag, 21. Mai 2012

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