Süddeutsche Zeitung - Deutschland | Dienstag, 29. Mai 2012
Annans Friedensplan endgültig sinnlos
Mit dem Massaker an mehr als 100 Menschen im syrischen Hula ist auch der Friedensplan des UN-Sondergesandten Kofi Annan sinnlos geworden, meint die linksliberale Süddeutsche Zeitung: "Die bewaffneten Aufständischen nähern sich nach einem Jahr fruchtlosen Leidens den Methoden des Regimes auf beunruhigende Weise an: Hinrichtungen mutmaßlicher Regimeloyalisten lassen das Schlimmste befürchten für die Zeit nach Assad. Und dass sich die Kämpfer in Hula nach Angriffen auf Armeeposten offenbar zurückzogen und die Bewohner der Wut des Regimes überließen, wirkt berechnend. ... Schon heute fließt Geld aus Amerika und Saudi-Arabien an die Kämpfer, mit denen diese Waffen kaufen - wie soll Annan da eine Entwaffnung beider Seiten erreichen? Ohnehin haben die inbrünstigen Rufe nach einem Einlenken Russlands und Chinas im UN-Sicherheitsrat immer etwas Wohlfeiles. In Wahrheit schinden die Veto-Mächte nicht nur Zeit für Damaskus, sondern auch für Washington und Brüssel. Angenommen, sie würden Syrien verurteilen, wäre damit die schwerste aller Fragen aufgeworfen: jene nach dem nächsten Schritt."
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