Corriere del Ticino - Schweiz | Donnerstag, 31. Mai 2012
Steuerabkommen rettet Schweizer Banken
Das Schweizer Parlament hat für das umstrittene Steuerabkommen mit Deutschland, Großbritannien und Österreich grünes Licht gegeben. Nach dem Ständerat billigte am Mittwoch auch der Nationalrat die Vereinbarung mit 108 zu 81 Stimmen bei 2 Enthaltungen. Das rettet den Schweizer Bankenplatz, freut sich die liberale Tageszeitung Corriere del Ticino: "Die Zustimmung ist weise, trotz verständlichen Murrens hier und da. Sie erlaubt es der Schweiz (sofern die Parlamente der Partnerländer dem Abkommen zustimmen) eine extrem schwierige Phase der Ungewissheit zu überwinden und die Schäden dabei in Grenzen zu halten. … In dieser schwierigen Phase, in der einige Nachbarländer, die traditionell der Schweiz gegenüber freundschaftlich gesinnt sind, mit seltsam rauen Tönen Druck ausgeübt haben, musste man eine Strategie finden, die die Steuersouveränität weitgehend uneingeschränkt lässt. Das Steuerabkommen ist die einzig realistische Alternative, um das verleumderische Etikett eines Steuerparadieses loszuwerden und uns als Finanzmarkt zu präsentieren, der die internationalen Standards respektiert. Aber ohne dabei ein wesentliches Prinzip der Schweizer Banktradition über Bord zu werfen: den Respekt vor der Privatsphäre."
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