Navigation

 
Neue Zürcher Zeitung - Schweiz | Dienstag, 5. Juni 2012

Serbiens neuer Präsident pflegt Nationalismus

Serbiens neuer Präsident Tomislav Nikolić hat sich am vergangenen Freitag verharmlosend über das Massaker von Srebrenica geäußert und damit Aufregung in Bosnien verursacht. Nikolić macht die Verdienste seines Vorgängers Boris Tadić zunichte, meint die liberal-konservative Neue Zürcher Zeitung: "Die weitgehende Normalisierung der Beziehungen zwischen den ehemaligen Kriegsgegnern gehört zu den grössten Verdiensten Tadićs. Sein Nachfolger Nikolić, der noch immer stolz darauf ist, für grossserbische Ziele gekämpft zu haben, hat es in kurzer Zeit geschafft, das Erreichte zu gefährden. Aus Protest werden der Vorsitzende des bosnischen Staatspräsidiums, Bakir Izetbegović, und wohl auch das kroatische Staatsoberhaupt, Ivo Josipović, der Amtseinführung des neuen Präsidenten in Belgrad fernbleiben. Nikolić bedauert nichts, im Gegenteil: Laut seinen eigenen Worten ist er für das verantwortlich, was er als neuer Präsident tun wird, nicht aber dafür, was er früher gesagt hat. Im EU-Kandidaten-Land Serbien ist der Nationalismus noch immer virulent."

» zur gesamten Presseschau vom Mittwoch, 6. Juni 2012

Weitere Inhalte