Õhtuleht - Estland | Dienstag, 19. Juni 2012
Krugmans Kritik kann Estland helfen
Estlands Präsident Toomas Hendrik Ilves hat sich auf Twitter über einen Artikel von Paul Krugman in der New York Times erregt, in dem der Träger des Wirtschaftsnobelpreises die wirtschaftliche Erholung Estlands als mäßig beschreibt. Die Kritik an Krugman ist übertrieben, meint die Boulevardzeitung Õhtuleht: "Krugman interpretiert die statistischen Zahlen zum Beweis seiner Theorien. Dass die [konservative] estnische Regierung sich dabei auf den Schlips getreten fühlt, ist zweitrangig. ... Die Regierungsparteien versuchen Krugman als einen dem Sandkasten entsprungenen Idioten darzustellen, den Ilves persönlich angreift, weil er am Ende seiner Geduld ist. Die Sozialdemokraten sollten diesen Streit in die Welt der Erwachsenen tragen, wo die Auseinandersetzung nicht auf einer persönlichen sondern auf einer inhaltlichen Ebene stattfindet. Wenn das gelingt, könnte Estland zu einem Beispiel der Krugman'schen Ideen werden und die Sozialdemokraten hätten einen Nobelpreisträger zur Unterstützung ihrer Forderungen. ... Die Konservativen können die Sozialdemokraten schelten, aus Estland ein zweites Griechenland zu machen, aber ob sie mit solchen Warnungen die nächsten Wahlen gewinnen, ist fraglich."
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