La Tribune - Frankreich | Donnerstag, 21. Juni 2012
Euro-Bills als Kompromiss für Hollande und Merkel
Frankreich will Euro-Bonds einführen, Deutschland will die Haushaltsdisziplin stärken. Man sollte beide Positionen zusammenführen und 'Euro-Bills' einführen, schlagen die Finanzexperten Christian Hellwig und Thomas Philippon in der liberalen Wirtschaftszeitung La Tribune vor: "Die Politik sollte Euro-Bonds und Sparmaßnahmen als komplementäre Bestandteile einer globalen Strategie begreifen. Deshalb haben wir unlängst für die Einführung von 'Euro-Bills' plädiert, also gemeinsame kurzfristige Schuldscheine aller Euro-Länder, mit denen langfristige Disziplin und kurzfristige Stabilität in Einklang gebracht werden können. Sie würden den Anleihen [Treasury Bills] ähneln, die das amerikanische Finanzministerium ausgibt. Der Markt für sicheres und sehr schnell verfügbares Kapital in Euro, der so geschaffen wird, würde es den Staaten ermöglichen, einen bestimmten Anteil ihrer Schulden, beispielsweise zehn Prozent des Bruttoinlandsprodukts, kurzfristig durch einen festen und niedrigen Zinssatz zu refinanzieren. Den Rest ihrer Schulden müssten die Staaten trotzdem langfristig und ohne gemeinsame Absicherung finanzieren. Und die Erneuerung von Garantien für Schulden könnte an die Umsetzung einer nachhaltigen Finanzpolitik gebunden werden."
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