Financial Times Deutschland - Deutschland | Mittwoch, 27. Juni 2012
Euro scheitert an fehlender Wirtschaftsunion
Mit dem Gipfel in Brüssel ist Europa an einer Weggabelung angelangt, glaubt Wolfgang Münchau in seiner Kolumne in der liberalen Wirtschaftszeitung Financial Times Deutschland und fürchtet, dass das fehlende politische Fundament dem Euro zum Verhängnis wird: "Ich glaube nicht, dass Europas politische Führung, auch Merkel nicht, die Krise wirklich versteht. Sie würde sonst andere Worte wählen, sie zu beschreiben. Im Kern war es keine Krise schlechten Haushaltens, auch nicht in Griechenland. Es war auch keine Krise schlechter wirtschaftspolitischer Entscheidungen, wie die Bundeskanzlerin es im Bundestag in Bezug auf Spanien sagte. ... Schuld an dieser Krise war eine Währungsunion ohne Transfers und gemeinsame Wirtschaftspolitik. ... Wenn der Euro scheitert, dann allein deswegen, weil er nicht in eine echte Wirtschaftsunion eingebettet war, weil seine Banken national überwacht und rekapitalisiert werden und weil jedes Land seine eigenen Staatsanleihen herausgibt. Was damals im Maastrichter Vertrag und später im Stabilitäts- und Wachstumspakt verklausuliert wurde, war eine Schönwetterkonstruktion, die einem gefährlichen Orkan nicht standhalten kann."
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