Magyar Nemzet - Ungarn | Donnerstag, 5. Juli 2012
Antisemitismus-Vorwurf gegen Ungarn ist ungerecht
Ungarns Premier Viktor Orbán hat am Dienstag in einem Brief an 50 US-Kongressmitglieder den jahrzehntelangen ungarischen Kampf für Freiheit und die menschliche Würde betont. Er reagierte damit auf ein Schreiben, in dem diese zuvor die führenden Kräfte des Landes aufgefordert hatten, gegen Antisemitismus vorzugehen. Die konservative Tageszeitung Magyar Nemzet versucht, das negative Bild Ungarns zurechtzurücken: "Seit der Wende wird die ungarische Rechte zu Unrecht des Antisemitismus, der Fremdenfeindlichkeit und des Irredentismus bezichtigt. ... Die böswilligen Meinungen, die heute in der internationalen Presse zu lesen sind, die Hilferufe der dort mit Vorliebe zitierten ungarischen Intellektuellen und der Angriffshurrikan der linksliberalen Kommentatoren und Medien erinnern frappant an die frühen neunziger Jahre. ... Damals dienten [der inzwischen verstorbene Rechtsradikale] István Csurka als Vorwand und [der erste konservative Premier nach der Wende] József Antall als Zielscheibe. ... Der an Viktor Orbán gerichtete Brief der Kongress-Abgeordneten ist, gelinde gesagt, ungerecht. ... In den USA wird offenbar nicht wahrgenommen, dass die Linke, die gemäßigte Rechte, die höchsten Würdenträger des Landes und die Kirchen Phänomene wie Antisemitismus hierzulande stets verurteilen, wenn es darauf ankommt."
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