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Neue Zürcher Zeitung - Schweiz | Montag, 9. Juli 2012

Libyens Regierung muss Regionalinteressen achten

In Libyen haben rund neun Monate nach dem Sturz des Diktators Muammar al-Gaddafi am Samstag die ersten freien Parlamentswahlen stattgefunden. Es zeichnet sich ein deutlicher Vorsprung für die liberale Allianz des Chefs der Übergangsregierung, Mahmud Dschibril, ab. Die neue Regierung muss auf jeden Fall die Föderalisten im Osten des Landes mit ins Boot holen, analysiert die liberal-konservative Neue Zürcher Zeitung: "Es konnte eine Wahlbeteiligung von rund 60 Prozent erzielt werden, was angesichts des Boykotts und der Störaktionen im Osten respektabel erscheint. Noch ist allerdings ungewiss, ob der am Samstag gewählte Nationalkongress die ihm auferlegte Schmälerung seiner Kompetenzen akzeptiert. Ob nun er oder ein anderes Gremium sich als Verfassungsgeber betätigt: An der Berücksichtigung regionaler Interessen führt im neuen Libyen kein Weg vorbei. Die 'Föderalisten' der Cyrenaika kontrollieren vier Fünftel aller libyschen Ölquellen, und sie denken nicht daran, dieses Faustpfand so schnell aus der Hand zu geben."

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