Il Sole 24 Ore - Italien | Donnerstag, 12. Juli 2012
Italien hat den Krieg noch nicht gewonnen
Italiens Regierungschef Mario Monti hat am Mittwoch das von ihm interimistisch ausgeübte Amt des Wirtschafts- und Finanzministers an seinen bisherigen Stellvertreter Vittorio Grilli abgegeben. Zugleich warnte er Italien davor, seine Deckung fallen zu lassen, denn das Land befinde sich nach wie vor im Kriegszustand. Monti tut gut daran, den Bürgern reinen Wein einzuschenken, findet die liberal-konservative Wirtschaftszeitung Il Sole 24 Ore: "Krieg ist ein gewichtiges Wort und darf nicht leichtfertig benutzt werden. Monti sprach gestern sogar von einem erbitterten Krieg. Und genau mit einem solchen haben wir zu tun. ... In der Welt, auf den Finanzmärkten, in Europa und im eigenen Land, wo jegliche Veränderung erbitterten Widerstand hervorruft, kämpft Italien um sein Leben. … Vor acht Monaten stand das Land kurz vor der Kapitulation. Die Regierung Monti rettete das Land, doch der Krieg ist noch nicht gewonnen. Um ihn zu gewinnen, muss Europa von unserem starken Willen überzeugt werden und die Finanzmärkte müssen mit Zinssenkungen signalisieren, dass sie Italien aus ihrer Schusslinie nehmen. Wenn eine dieser beiden Bedingungen nicht erfüllt wird, wird es leider keinen Frieden geben."
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