La Repubblica - Italien | Montag, 23. Juli 2012
Berlin schaufelt Grab der Währungsunion
In einem Fernsehinterview hat der deutsche Wirtschaftsminister und Vizekanzler Philipp Rösler erklärt, dass es keine weiteren Hilfen mehr für Griechenland geben werde, wenn dieses seine Auflagen nicht erfüllt. Rösler versetzt so Griechenland den Gnadenstoß, meint die linksliberale Tageszeitung La Repubblica: "Falken können zu Geiern, Unnachgiebigkeit kann zum Todestoß werden. Und genau das ist gestern geschehen. Der deutsche Wirtschaftsminister Philipp Rösler hat die Gerüchte über einen drohenden Austritts Griechenlands aus der Währungsunion bestätigt und bekräftigt. … Seine Äußerungen stehen im Zusammenhang mit den von der Presse [dem Magazin Der Spiegel] verbreiteten mutmaßlichen Absichten des Internationalen Währungsfonds, Athen kein Geld mehr zu geben. Die Worte des deutschen Ministers beschleunigen den Todeskampf Griechenlands. Dabei wird die Troika erst morgen in Athen eintreffen, um die Lage zu beurteilen. … Vielleicht wollte Rösler sich nur in das Tauziehen zwischen Athen und Brüssel über einen Fristverlängerung bei der Erfüllung der Auflagen einschalten. De facto tragen seine Worte dazu bei, Griechenland aus der Währungsunion hinauszuwerfen und sind somit ein Spatenstich für das Grab, das dem Euro geschaufelt wird."
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