Phileleftheros - Zypern | Montag, 23. Juli 2012
Euro-Beitritt war Totschlag für Zyperns Wirtschaft
Zypern ist Ende Juni als fünftes Land unter den Euro-Rettungsschirm geflüchtet. Die großen Probleme der Wirtschaft des Landes haben indes erst mit dem Beitritt zur Euro-Zone ihren Anfang genommen, analysiert der Vizerektor der Europäischen Universität von Nikosia, Kostas Gouliamos, in der Sonntagsausgabe der liberalen Phileleftheros: "Das, was unser Land heute erlebt, ist eine Folge seines Beitritts zur Euro-Zone. Scharfsinnige Analytiker haben sehr treffend erklärt, dass sich der Liquiditätsbedarf der zyprischen Wirtschaft mit dem Euro in einen Kredit- und Spekulationsbedarf der Banken verwandelt hat. Vor dem Euro war die Wirtschaft durch eine geringe Verschuldung sowohl der Privathaushalte als auch des öffentlichen Sektors gekennzeichnet, doch innerhalb von ein paar Jahren nach dem Euro-Beitritt ertrank sie in Schulden. Es ist bezeichnend, dass im Jahr 2000 die private Verschuldung in Zypern weniger als 60 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) betrug, im Jahr 2007 bereits 200 Prozent und sie im Jahr 2011 bei 308,7 Prozent lag. Diese private Schuldenlast gehört in erster Linie den Banken, und nun muss das zyprische Volk durch den Staatshaushalt diese Last tragen."
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