Respekt - Tschechien | Montag, 30. Juli 2012
Marek Švehla über Tschechen und Slowaken 20 Jahre nach der Teilung
Tschechische und slowakische Politiker haben am Sonntag auf einem gemeinsamen Treffen am Fuß des tschechisch-slowakischen Grenzbergs Velká Javořina an die Teilung der Tschechoslowakei vor 20 Jahren erinnert. In der liberalen Wochenzeitung Respekt beschreibt Marek Švehla deren Folgen aus tschechischer Sicht: "Das Ende der Tschechoslowakei hatte im größeren historischen Zusammenhang etwas Logisches. Ihm waren der Zerfall Österreich-Ungarns und die Vertreibung der Deutschen vorausgegangen. Die Tschechen zielten so auf die ersehnte Souveränität. Die hat jedoch auch viele Schwachstellen. ... Ungeachtet der Reden, dass man sich mit den Slowaken prächtig versteht, verfolgen beide Länder unterschiedliche außenpolitische Wege. Während sich die Slowakei fest mit dem Schicksal der Euro-Zone verbunden hat, glauben die Tschechen ihren Verbündeten nicht, leben in einem Gefühl der Einzigartigkeit und überschätzen ihre Kraft. Das spricht dafür, dass sie noch nicht erwachsen geworden sind."
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