El Mundo - Spanien | Montag, 30. Juli 2012
Merkel akzeptiert Kollateralschaden Griechenland
Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler hat am Sonntag im Deutschlandfunk erneut von einem möglichen Euro-Austritt Griechenlands gesprochen. Die konservative Tageszeitung El Mundo sieht eine Wende in der deutschen Politik: "Merkel scheint ihre Strategie zu ändern; es gilt jetzt der Grundsatz: Spanien und Italien müssen geschützt werden, um den Tod der Einheitswährung zu verhindern. Man kann einen Politikwechsel erkennen, seit sich [der spanische Wirtschaftsminister] de Guindos und [der deutsche Finanzminister] Schäuble am Dienstag trafen. Es folgten klare Botschaften, dass der Euro gestützt werden soll - erst von Draghi, dann von Merkel und Hollande, schließlich gestern von Eurogruppenchef Juncker. ... Der Richtungswechsel könnte einen Kollateralschaden mit sich bringen. Merkel will Griechenland aus der Euro-Zone drängen, weil man in Deutschland glaubt, dass die Zweifel an der Gemeinschaftswährung anhalten, solange Griechenland dabei ist. ... In diesen Tagen errichtet man einen Schutzwall, damit bei einem Rauswurf Griechenlands nicht Spanien und Italien und damit die ganze EU in Mitleidenschaft gezogen werden."
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