Blog Ivan Bedrov - Bulgarien | Dienstag, 31. Juli 2012
Um einen Mustafa will Bulgarien nicht trauern
Zu den Opfern des Terroranschlags in der Schwarzmeerstadt Burgas am 18. Juli zählt neben fünf israelischen Urlaubern auch ein bulgarischer Bürger muslimischen Glaubens: Mustafa Kjosev war der Fahrer des Reisebusses, der von einem Selbstmordattentäter in die Luft gesprengt wurde. Während Israel seine Toten zu Hause mit Staatsehren begraben hat, hielt es die Regierung in Sofia nicht für notwendig, der Beerdigung des bulgarischen Terroropfers beizuwohnen, kritisiert Ivan Bedrov in seinem Blog: "Mustafa ist zum zweifachen Opfer geworden. Erst wurde er zum Opfer unbekannter Terroristen und danach zum Opfer der unverhohlenen Missachtung einer Minderheit. Wäre sein Name nicht Mustafa, sondern Michail gewesen, hätte man bestimmt anders reagiert, oder? Seien wir doch ehrlich. Mit Sicherheit haben viele gedacht: 'Wenn er Mustafa hieß, dann war er vielleicht...' Eben deshalb ist Mustafas Schicksal sehr, sehr traurig. Nicht nur für seine Angehörigen, sondern für alle bulgarischen Muslime, die zum wiederholten Mal zu spüren bekommen haben, dass ihr Staat sie nicht wirklich zu den Seinen zählt."
» zum ganzen Artikel (externer Link, bulgarisch)
Mehr aus der Presseschau zu den Themen » Krisen / Kriege, » Integration, » Minderheiten, » Ethik, » Bulgarien, » Israel
Alle verfügbaren Texte von » Ivan Bedrov
» zur gesamten Presseschau vom Mittwoch, 1. August 2012