Financial Times Deutschland - Deutschland | Freitag, 3. August 2012
Weidmann untergräbt Draghis Plan
Es ist weise von EZB-Chef Mario Draghi, einen Plan vorzulegen, wie der Ankauf von europäischen Staatsanleihen aussehen könnte, meint die liberale Wirtschaftszeitung Financial Times Deutschland und hofft, dass die deutsche Bundesbank seine Strategie nicht durchkreuzt: "Also nur Harmonie? Das wäre schön gewesen, um die psychologische Wirkung von Draghis Ankündigung nicht zu beeinträchtigen. Doch aus Deutschland kam Widerspruch, einmal mehr vom Chef der Bundesbank, Jens Weidmann, der offenbar als Einziger im EZB-Rat gegen Draghis Plan stimmte. Nicht nur Draghi ist verstimmt. Tatsächlich ist es unklug, in dieser Situation die Reihe des EZB-Rates zu durchbrechen. Der Bundesbankchef schürt Misstrauen, wo es um Vertrauensbildung gehen sollte - nichts anderes will die Notenbank in der Sommerpause erreichen. ... Jetzt wird es sehr darauf ankommen, wie Weidmann in den nächsten Wochen agiert. Torpediert er den Plan, unterhöhlt er die Glaubwürdigkeit der gesamten Aktion. Und die Hoffnung auf einen halbwegs ruhigen Spätsommer an den Märkten wäre dahin."
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