Financial Times Deutschland - Deutschland | Dienstag, 7. August 2012
Shells Angst vor Euro-Krise unbegründet
Der britisch-niederländische Ölkonzern Shell will aus Angst vor der Euro-Krise Geldanlagen im Wert von bis zu 15 Milliarden Dollar aus Europa etwa in die USA verlagern, wie Shell-Finanzvorstand Simon Henry am Montag der Tageszeitung The Times sagte. Ein alarmierend ehrliches Signal, meint die liberale Wirtschaftszeitung Financial Times Deutschland, auch wenn es objektiv keine Gründe für diese Aktion gibt: "Die Wahrnehmung von Gefahr [ist] immer subjektiv - und wird von sehr vielen Faktoren beeinflusst: vom Gerede über Euro-Zonen-Rausschmisse genauso wie vom endlosen Gezänk zwischen verantwortlichen Politikern über die richtige Krisenstrategie. ... Und je mehr dann so denken, desto schneller könnte aus den Befürchtungen eine sich selbst erfüllende Prophezeiung werden. Noch aber kann davon keine Rede sein - im Gegenteil: Die Euro-Zone ist immer noch ein Währungsraum, der netto mehr Zu- als Abflüsse aufweist. ... Ungewöhnlich aber ist, dass Royal Dutch Shell so offen über seinen Bar-Reservenabzug aus der Euro-Zone spricht. Bisher wurde über solche Absetzbewegungen nämlich eher geschwiegen."
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