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El País - Spanien | Mittwoch, 8. August 2012

Bundesbank stellt Theorie über Realität

Bundesbankpräsident Jens Weidmann hat am vergangenen Donnerstag als einziger im EZB-Rat gegen neue Anleihekäufe der Zentralbank gestimmt. Die linksliberale Tageszeitung El País verurteilt das als verbohrtes Festhalten an realitätsfernen Theorien: "Niemand zweifelt daran, dass die wirtschaftliche Situation beängstigend ist, nicht einmal Weidmann und die Bundesbank. Nur sind sie fast die einzigen, die sich trotz der beängstigenden Situation gegen einen Kurswechsel wehren. ... Diesen Wandel zu akzeptieren, würde schließlich bedeuten, dass die empirisch wahrnehmbaren Tatsachen - also der Bankrott Griechenlands, Irlands und Portugals, dem der Bankrott Spaniens, Italiens und womöglich ganz Europas folgen könnte - schwerer wiegen als die Theorien zur Rolle der EZB bei der Überwindung der Euro-Krise. Für alle Ökonomen, die so denken wie Weidmann und die Bundesbank, wäre das eine verkehrte Welt. Eine Welt, in der sich die Wirtschaftspolitik von den Tatsachen beeinflussen ließe und nicht von den Prämissen der Wirtschaftstheorie."

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