De Volkskrant - Niederlande | Mittwoch, 8. August 2012
Athen macht Einwanderer zu Sündenböcken
Die griechische Regierung hat eine große Polizeiaktion gegen illegale Einwanderer gestartet. Am Wochenende wurden in Athen rund 6.000 Menschen ohne gültige Papiere vorläufig festgenommen, rund 1.600 von ihnen sollen in ihre Heimatländer abgeschoben werden, wie die Polizei am Montag mitteilte. Eine gefährliche Aktion, meint die linksliberale Tageszeitung De Volkskrant: "Die Regierung in Athen ist konfrontiert mit einer wachsenden Irritation in der Bevölkerung und der Attraktivität rechtsextremistischer Gruppen wie der Neonazi-Vereinigung Chrysi Avgi. ... Die Operation war dem Minister für öffentliche Ordnung und Bürgerschutz Nikos Dendias zufolge notwendig, um etwas gegen die 'unglaubliche Invasion' zu tun, die die Stabilität des Landes bedrohe. Er sagte, Immigration sei möglicherweise ein größeres Problem für Griechenland als der Geldmangel. Mit dieser Rhetorik macht der Minister Einwanderer zum Sündenbock für die griechische Misere. Solche Worte können gefährlich sein, vor allem da jetzt die Stimmung im Land grimmiger wird. Sie helfen nicht - im Gegenteil verstärken sie nur das Unbehagen und sind obendrein irreführend: Nicht die Immigranten sind am finanziellen Elend Griechenlands schuld, sondern seine Politiker."
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