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De Standaard - Belgien | Donnerstag, 9. August 2012

Britische Medien im Olympia-Delirium

Die klassischen journalistischen Tugenden werden im Olympia-Rausch über Bord geworfen, kritisiert der Medienwissenschaftler Luc van Doorslaer in der liberalen Tageszeitung De Standaard und erklärt, warum er zurzeit lieber deutschen TV-Kommentatoren zuhört: "Für die BBC sind diese Heim-Spiele nationale Ehrensache. Also lässt sie zahllose technische Glanzstücke von den britischen Bildschirmen knallen. Das wird dann noch glaubwürdig unterstrichen durch eine Wagenladung goldener Medaillen. Ein olympisches Insel-Delirium. ... Die einzigen Sender mit regelmäßig relativierender Berichterstattung sind die deutschen, auch wenn das zum Teil an [Deutschlands relativ bescheidenen] sportlichen Resultaten liegt. ... Der journalistische Ton ist: Ach, die Spiele sind wichtig, aber doch Nebensache. Das deutsche TV unterscheidet zwischen Fakten, Hintergrund und Human Interest (ein journalistisches Prinzip, das bei uns schon längst verschwunden ist). … Dazu kommunizieren die Moderatoren mit viel Humor und Augenzwinkern miteinander. Wer die klassischen britischen Tugenden liebt, der zappt also am besten zu ARD oder ZDF."

» zur gesamten Presseschau vom Donnerstag, 9. August 2012

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