Die Presse - Österreich | Freitag, 10. August 2012
Das schmutzige Geschäft der Steuerbehörden
Nordrhein-Westfalen soll Medienberichten vom Mittwoch zufolge in den vergangenen Wochen vier weitere CDs mit Schweizer Bankdaten mutmaßlicher deutscher Steuerhinterzieher gekauft haben. Die liberal-konservative Tageszeitung Die Presse hält dieses Vorgehen für äußerst fragwürdig und weist darauf hin, dass auch der österreichische Staat von der Praxis profitiert: "Deutschlands Taktik, Millionen Euro für geklaute Daten von Steuerflüchtlingen auf den Tisch zu legen, geht wohl zu weit. Schließlich hat es Berlin hier nicht mit idealistischen Aufdeckern zu tun. Was würde die Datenlieferanten sonst daran hindern, die CDs still, heimlich und vor allem gratis beim Finanzministerium abzugeben? Berlin hat es mit Dieben zu tun, die für ihre 'Leistung' gut bezahlt werden wollen. Auch Österreich ist in der Zwickmühle. Wie 2008 wird auch die CD Namen von Österreichern enthalten. Wie 2008 wird Wien keinen Cent dafür bezahlen (müssen), um die Daten zu erhalten. Die Deutschen machen sich die Finger schmutzig, und wir profitieren. Das ist moralisch bedenklich."
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