Il Sole 24 Ore - Italien | Montag, 20. August 2012
Reuiges Griechenland nicht bestrafen
Der Zwischenbericht der Troika hat nach Informationen des Nachrichtenmagazins Der Spiegel den Bedarf Griechenlands bis 2014 auf 14 Milliarden statt der bisher angesetzten 11,5 Milliarden Euro taxiert. Erneut wird offen über den Austritt des Landes aus der Euro-Zone diskutiert, doch dieser hätte verheerende Folgen und muss verhindert werden, meint die liberal-konservative Wirtschaftszeitung Il Sole 24 Ore: "Griechenland zum Austritt zu bewegen, ist der geheime Wunsch so mancher Regierung. Dennoch wäre es ein Fehler. ... Griechenland büßt bereits für seine Schuld. Gehört ein Land, das Reue und den Willen zur Besserung zeigt, wirklich bestraft? Welche Währungsunion erstünde daraus? Eine, die erst Opfer verlangt und dann die Unterstützung verweigert, weil einige Länder aus rein innenpolitischem Wahlkalkül dies wünschen? ... Auch wirtschaftlich geht die Rechnung nicht auf. Der Staatsbankrott wäre unvermeidbar, viele Banken der Euro-Zone würden in Mitleidenschaft gezogen, die Anleihen anderer Länder gerieten noch mehr unter Druck, sowohl aus Angst vor der Ansteckung als auch aufgrund der Kosten für die Notmaßnahmen, die ergriffen werden müssten."
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