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La Stampa - Italien | Mittwoch, 22. August 2012

Italiens Politiker haben das Regieren verlernt

Die Rating-Agentur Moody's hat den Krisenländern des Euro-Raums am Dienstag Fortschritte bei den Strukturreformen attestiert. Doch Italiens Politiker vergeuden die Übergangszeit unter der technokratischen Regierung mit sinnlosem Geplänkel, kritisiert die liberale Tageszeitung La Stampa: "Das Urteil der Rating-Agentur ist kein Grund, die Korken knallen zu lassen. … Denn der Optimismus schwindet schon beim bloßen Gedanken an die bevorstehende Wahlkampagne und ihre Akteure. Hier ist die Rede von einer politischen Klasse, die vor neun Monaten darauf verzichtet hat, sowohl zu regieren als auch zu opponieren. Sie hat es Technokraten überlassen, den Karren aus dem Dreck zu ziehen. Wenn also die Demokratie ausgesetzt wurde, dann geschah dies mit dem Segen der Parteien. Wir, so sagten sie, werden die Zeit gut zu nutzen wissen. Zum Beispiel, um das Wahlrecht zu reformieren. Neun Monate reichten nicht aus, um sich zu einigen. … Was sich uns bietet, ist das klägliche Bild eines Jahrmarkts, in dem nur zählt, wer sich bei wem unterhakt und welche Farbe seine Krawatte hat. … Es gibt nicht eine einzige Idee für die Zukunft des Landes, für das institutionelle Fundament, auf das Italien bauen soll."

» zur gesamten Presseschau vom Mittwoch, 22. August 2012

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