Rzeczpospolita - Polen | Donnerstag, 23. August 2012
Polen trägt Mitschuld an Bauinsolvenzen
Die Zahl der insolventen Baufirmen ist in Polen im ersten Halbjahr im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um zwei Drittel gestiegen. Experten fürchten, dass die Probleme der Branche auf die Gesamtwirtschaft übergreifen. Kuba Kurasz gibt im Wirtschaftsblog der konservativen Tageszeitung Rzeczpospolita dem Staat eine Mitschuld an der Misere: "Mittlerweile überwiegt die Meinung, dass die Bauunternehmen selbst für ihre fatale Lage verantwortlich seien. Denn es habe sie ja niemand dazu gezwungen, in unrentable und risikoreiche Projekte zu investieren. Allerdings sind 40 Prozent der Aufträge in der Bauindustrie öffentliche Projekte. Die Straßenverkehrsbehörde GDDKiA und die Bahngesellschaften erteilen mit 20 Prozent die meisten Aufträge. Die Gründe für die Probleme der Branche liegen deshalb nicht nur in der schlechten Planung und der Geldgier der Bauunternehmer. Die finanziellen Probleme der Firmen haben ihre Ursache auch in dem kranken Zahlungssystem der GDDKiA und in dem gewaltigen Preisanstieg bei Rohstoffen und Baumaterial, den man nur schwer vorhersehen konnte."
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