Trouw - Niederlande | Donnerstag, 23. August 2012
Facebook unschuldig an Teenager-Mord
Der Prozess um einen sogenannten Facebook-Mord erregt derzeit in den Niederlanden großes Aufsehen. Eine 15-Jährige wurde im Januar ermordet, nachdem sie über Facebook böse Gerüchte verbreitet hatte. Zwei Jugendliche sollen einen dritten mit dem Mord beauftragt haben, nun stehen sie in Arnheim vor Gericht. Das soziale Netzwerk hat mit dem Mord allerdings weniger zu tun als gemeinhin angenommen, meint die christlich-soziale Tageszeitung Trouw: "Jede neue Erfindung hat ihre Schattenseiten und es besteht auch stets das Risiko von Missbrauch. Aber wie der amerikanische Journalist Nick Bilton bereits gut erläuterte: Angst vor neuen Technologien gab es immer. Dem Phonographen, dem Kino, dem Radio, dem Fernsehen - allen kam einst dieselbe Rolle zu wie heute Facebook: Es verdirbt die Sitten der Jugend. Dass wir schockiert sind, dass Teenager zu Mördern werden, ist gerechtfertigt. Aber wenn die Verleumdungen, die es vor diesem Verbrechen gab, über das Telefon verbreitet worden wären, hätte doch kein Gericht vor der Telekommunikation gewarnt. Wenn man nun mit dem Finger auf Facebook zeigt, wird dessen Bedeutung überbewertet."
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