Sega - Bulgarien | Montag, 27. August 2012
Bulgarien bei Roma-Problem unter Zugzwang
Frankreichs Innenminister Manuel Valls hat am Montag erklärt, den Umgang mit Roma aus Bulgarien und Rumänien in den Mittelpunkt des nächsten EU-Gipfels am 18. und 19. Oktober rücken zu wollen. Das löst bei der Tageszeitung Sega Befremden aus: "Für die beiden Angeklagten Bulgarien und Rumänien wird der Gipfel also eine Art EU-Tribunal, vor dem sie unter kollektivem Druck ihr Haupt senken, ihre Schuld eingestehen und sämtliche Konsequenzen ihrer Missetaten werden tragen müssen. Das Spektakel wird den Schengen-Beitritt Bulgariens und Rumäniens in noch weitere Ferne rücken, und es wird Frankreich und seinen westlichen Verbündeten ein unbegrenztes Alibi verschaffen, den Roma-Zustrom abzuwehren, wie es ihnen gefällt. Bald ist der Zeitpunkt erreicht, an dem sich Bulgarien mit seinem Schweigen zum Roma-Problem nur noch selbst schadet, weil es als schlechtes Gewissen und Flucht vor fälligen Debatten interpretiert wird. Bulgarien bleiben nur wenige Wochen, sich auf eine ernsthafte politische Konfrontation mit Paris einzustellen. Dann wird Frankreich nicht nur gut vorbereitet, sondern auch mit gehörigem europäischen Rückenwind ausgestattet sein."
» zum ganzen Artikel (externer Link, bulgarisch)
Mehr aus der Presseschau zu den Themen » EU-Politik, » Integration, » Minderheiten, » Frankreich, » Europa, » Rumänien, » Bulgarien
Alle verfügbaren Texte von » Swetoslaw Tersiew
» zur gesamten Presseschau vom Dienstag, 28. August 2012