El País - Spanien | Montag, 10. September 2012
Portugals Sparpläne sind fatal
Der portugiesische Premier Pedro Passos Coelho hat am Freitag verkündet, dass als weitere Maßnahme zur Senkung des Haushaltsdefizits die Sozialversicherungsabgabe für Arbeitnehmer von 11 auf 18 Prozent steigen wird, während der Unternehmeranteil von 23,75 auf 18 Prozent sinken soll. Die linksliberale Tageszeitung El País befürchtet Ähnliches für Spanien und warnt vor einer wachsenden Unzufriedenheit der Südeuropäer: "Diese Maßnahmen, wie sie jetzt in Portugal beschlossen wurden, verschärfen die Ungleichheit bei der Verteilung der Kosten der Krise und vertiefen die ungleiche Einkommensverteilung, die es in den beiden Länder [Portugal und Spanien] schon vor der Krise gab. Der Ärger der Bürger und die Skepsis der Investoren machen ein Überdenken der falsch verstandenen Sparpolitik nötig. Zumindest sollte man erwägen, die Maßnahmen über einen längeren Zeitraum zu verteilen, um eine Depression zu vermeiden. Eine Depression, die sich nicht nur auf die Wirtschaft bezieht, sondern die sich auch in der Bevölkerung ausbreitet und die Identifikation der Menschen mit der europäischen Einheit belastet."
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