Kurier - Österreich | Donnerstag, 13. September 2012
Kritik an Mohammed-Film erlaubt, Gewalt nicht
Ein US-amerikanischer Amateurfilm über den Propheten Mohammed hat am Dienstag und Mittwoch zu gewaltsamen Protesten in Libyen, Ägypten und Tunesien geführt. In Bengasi in Libyen wurden der US-Botschafter und drei seiner Mitarbeiter getötet. Islamische Würdenträger sollten Position beziehen und der Gewalt ein Ende setzen, fordert die liberale Tageszeitung Kurier: "Im kritischen Dialog mit den Bürgern werden die Extremisten dort bleiben, wo sie sind - am Rand der Gesellschaft und letztlich irrelevant. Der blutige Aufstand in Teilen der islamischen Welt gegen die jüngste Provokation war leider vorhersehbar. Und ist mit aller Schärfe zu verurteilen. Kritik ja, Gewalt nein. Als jüngst vermutlich ultra-orthodoxe Juden auf eine Klosterwand nahe Jerusalem 'Jesus ist ein Affe' schmierten, brannten danach Synagogen, oder wurden israelische Botschaften attackiert? Gott sei Dank nicht. Die muslimischen Autoritäten sind nun gefordert, dem Mob Einhalt zu gebieten. Ein Schweigen würde sie zu Mittätern machen. Und den so dringend notwendigen interreligiösen Dialog, der ohnehin kaum vorankommt, weiter erschweren."
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