Die Presse - Österreich | Freitag, 14. September 2012
Wilders verschreckt seine Wähler
Mit seiner EU-feindlichen Rhetorik konnte Rechtspopulist Geert Wilders die Niederländer nicht für sich gewinnen, analysiert die liberal-konservative Tageszeitung Die Presse: "Erstmals wird deutlich, dass es für Rechtspopulisten doch einen Unterschied macht, ob sie gegen Zuwanderer hetzen oder gegen das gemeinsame Europa. Zuwanderer sind (leider) für viele Menschen immer noch Angelpunkt ihrer Frustration. Aber ihre Ausgrenzung betrifft die Wähler längst nicht so direkt wie ein Austritt aus dem Euro oder gar aus der Europäischen Union. Ihnen ist durchaus bewusst, dass sie in diesem Fall die Nebenwirkungen persönlich spüren würden. Deshalb ist ihnen lieber, die unperfekte EU wird erhalten als zerstört. Dieser neue Europa-Pragmatismus darf nicht mit einer positiven EU-Stimmung verwechselt werden. Aber er ist eine große Chance für Regierende, notwendige Reformen, die zum Erhalt der EU und des Euro notwendig sind, durchzusetzen."
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