Gazeta Wyborcza - Polen | Montag, 24. September 2012
Wandel in Belarus ist möglich
In Belarus hat die Opposition bei der Parlamentswahl am Sonntag nach offiziellen Angaben vermutlich kein einziges Mandat errungen. Obwohl Präsident Alexander Lukaschenko seit 18 Jahren als Alleinherrscher regiert, hofft die liberale Tageszeitung Gazeta Wyborcza trotzdem noch auf einen Wandel: "Es scheint so, als wäre die Lage in Belarus hoffnungslos und als könnten wir sie nicht beeinflussen. Doch dem ist letztlich nicht so. Unabhängige Umfragen zeigen zwar, dass die Belarussen wenig optimistisch sind und dass sie sich daran gewöhnt haben, dass sich in ihrem Land nur wenig bewegt und dass es unter der amtierenden Führungsriege keine Perspektive gibt. ... Doch die Lage in Belarus kann sich jederzeit ändern - und zwar dann, wenn es zu einer Wirtschaftskrise kommt. ... Polen sollte deshalb seinen Teil dazu beitragen, dass dort ein Wandel möglich wird: Es sollte weiterhin darauf pochen, dass Belarus in seiner heutigen Form von der EU isoliert bleibt. Und es sollte die belarussische Zivilgesellschaft fördern und Führungskräfte schulen und ausbilden, die nach einem Wechsel das Ruder übernehmen können. Dazu gehören nicht nur Politiker, sondern auch Fachleute, Beamte, Unternehmer und Journalisten."
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