Wiener Zeitung - Österreich | Dienstag, 25. September 2012
Britische Blockadehaltung hochriskant
In den aktuellen Verhandlungen über den EU-Haushalt für 2014 bis 2020 beharren Großbritannien und Schweden auf ihrem bislang geltenden Nachlass für die Beitragszahlungen. Doch die Blockadehaltung des britischen Premiers David Cameron ist wirtschaftspolitisch hoch riskant, analysiert die staatliche liberale Wiener Zeitung: "Um den innerparteilichen Widerstand gering zu halten, geht die britische Regierung in Brüssel in Opposition. Ein gefährliches Spiel, denn sie - und mehr noch die britische Wirtschaft - weiß, dass dies gar keine gute Idee ist. ... Großbritannien hat ein Problem mit der Entwicklung der EU. Um die Krise zu beenden, ist ein stärkerer Zusammenhalt Europas notwendig. Das wissen die Briten, doch sie wollen nicht mitmachen. Andererseits sind die britischen Wirtschaftsdaten alles andere als gut - ein Austritt würde Investitionen auf der Insel reduzieren. Das nach Unabhängigkeit strebende Schottland hat zudem einen Euro-Beitritt in Aussicht gestellt - was es für die Regierung in London nicht einfacher macht. Verlieren können nur die Briten."
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