Gazeta Wyborcza - Polen | Montag, 1. Oktober 2012
Kaczyński gewinnt alte Stärke zurück
In Polen haben am Samstag zehntausende Menschen an der Demonstration der nationalkonservativen Oppositionspartei PiS und anderer rechter Parteien und Gruppierungen gegen die Regierung von Donald Tusk teilgenommen. Damit findet Oppositionsführer Jarosław Kaczyński zu alter Stärke zurück, analysiert die liberale Tageszeitung Gazeta Wyborcza: "Jarosław Kaczyński hat einen taktischen Erfolg errungen. Er hat gezeigt, dass er wieder an der Spitze eines bedeutenden rechten Lagers steht. Dies ist ihm auch in den Jahren 2004 bis 2007 gelungen, als er die Kräfte seiner Partei mit denen von Radio Maryja, einem Großteil der Kirche und [der Gewerkschaft] Solidarność gebündelt hat. Und als er durch diese Koalition konsequent die Konkurrenz am rechten Rand in Gestalt der [nationalkatholischen Partei] LPR verdrängt hat. Der Direktor von Radio Maryja, Tadeusz Rydzyk, hat das Bündnis mit Kaczyński erneuert, ohne Gegenleistungen zu fordern, schließlich musste er Kaczyńskis Machtposition als Realität anerkennen. Und auch [der Vorsitzende der rechten Partei SP] Zbigniew Ziobro ist kein Herausforderer für den Vorsitzenden der PiS, weil er weder über eine Organisationsstruktur noch über Charisma verfügt."
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