La Repubblica - Italien | Mittwoch, 10. Oktober 2012
Endlich knickt Berlusconi ein
Italiens ehemaliger Premier Silvio Berlusconi hat am Dienstag erklärt, nun doch auf eine erneute Spitzenkandidatur zu verzichten, und dies damit begründet, dem Mitte-rechts-Lager in den für April geplanten Parlamentswahlen einen Sieg über die Linke ermöglichen zu wollen. Berlusconi blieb gar nichts anderes übrig, freut sich die linksliberale Tageszeitung La Repubblica: "In seiner Partei rumort es seit geraumer Zeit. Bisher gelang es ihm, die Aufmüpfigen still zu halten. Jetzt, da die Gefahr, ins Abseits gedrängt zu werden, immer größer wird, begehren sie auf. ... Das Leid der Konservativen ist spiegelverkehrt zu und zugleich eine Folge der unverhofften Wiedergeburt der [Demokratischen Partei] PD. Die Entscheidung der PD [zu ihrer Spitzenkandidatur Vorwahlen abzuhalten] hat einen Beschleunigungseffekt auf das mögliche Auseinanderbrechen der [Berlusconi-Partei] PDL. Die patrimonial-leninistische Art des Cavaliere zieht nicht mehr, auch bei den Konservativen will 'das Fußvolk' ein Wörtchen mitzureden haben. ... Dem Vorsitzenden der Demokraten gebührt das Verdienst, wieder mehr Raum für eine authentische, offene Demokratie geschaffen zu haben."
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