De Standaard - Belgien | Freitag, 12. Oktober 2012
Radmafia opfert Armstrong
Die US-Antidopingbehörde Usada hat ihren Bericht über die Dopingpraktiken von Lance Armstrong fertiggestellt. Der Radfahrer habe das "ausgeklügeltste und professionellste Dopingprogramm betrieben, das der Sport jemals gesehen hat", so ihr Urteil. Doch Armstrong ist nicht der einzige Sünder, betont die liberale Tageszeitung De Standaard: "Der Untergang von Armstrong wurde durch die Beichte von Mannschaftskollegen möglich, die am Ende die Omertà [Schweigepflicht in der Mafia] durchbrachen. Sie dürfen nun die reuigen Bekehrten spielen. Sie sind keine Mittäter und -profiteure mehr, sondern werden zu Opfern. ... Durch diese Abgrenzung wird aber der Mechanismus aufrecht erhalten, der diese Verfehlungen überhaupt erst möglich machte. Das System entledigt sich des sogenannten 'faulen Apfels' und erklärt sich selbst wieder als sauber. Armstrong wird wie ein böser Geist längst vergangener Zeiten ausgetrieben. Die Botschaft ist: Das war damals, jetzt ist alles cleaner. Aber was sind diese Beteuerungen noch wert, die seit der Festina-Tour von 1998 unermüdlich wiederholt werden? Solange diejenigen, die damals am Ruder saßen, noch immer herumlaufen, kann ihnen niemand glauben."
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