Süddeutsche Zeitung - Deutschland | Mittwoch, 25. Oktober 2006
Freizügigkeit in Europa
Die Beschränkung von Freizügigkeit innerhalb Europas hat nur geringe Auswirkungen, stellt Klaus Brill fest. "Das Bild ist aber nicht einheitlich, auch in den Herkunftsländern nicht. So drängen die Tschechen kaum ins Ausland... Hingegen haben 170.000 Slowaken ihr Land verlassen, 36.000 gingen nach Britannien, 15.000 nach Irland - aber die allermeisten, 75.000, nach Tschechien. Und rund zwei Millionen Rumänen arbeiten schon jetzt, vor dem EU-Beitritt, in den 25 Unions-Ländern, davon nach Regierungsangaben aus Bukarest 1,3 Millionen ganz legal... Diese Zahlen belegen, dass die heutige Migration in Europa ein unaufhaltsamer historischer Prozess ist, der durch das Ost-West-Gefälle angetrieben wird... Schon jetzt weilen in Tschechien oder der Slowakei (oft illegal) Menschen aus Weißrussland, der Ukraine, sogar aus Vietnam und China, viele von ihnen Akademiker. Sie folgen aus der Not ihres Daseins heraus nur dem Magnetismus der satten Mägen und der höheren Löhne. Dagegen helfen Riegel nur begrenzt."
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