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Público - Portugal | Dienstag, 23. Oktober 2012

Zu hartes Urteil für italienische Seismologen

Mehr als drei Jahre nach dem Erdbeben in der italienischen Provinz L'Aquila hat am Montag ein Gericht sieben Mitglieder der Risikokommission des Katastrophenschutzes zu je sechs Jahren Haft verurteilt. Ihnen wird vorgeworfen, die Risiken des Bebens unterschätzt zu haben, bei dem im April 2009 über 300 Menschen umkamen. Die liberale Tageszeitung Público kritisiert die Strenge des Urteils: "Jahre später erleben wir erneut ein Beben in Italien - aber diesmal in der Justiz. Bernardo de Bernardinis, damals Vertreter der Katastrophenschutzbehörde, und sechs Wissenschaftler (einige von Italiens bekanntesten Seismologen und Geologen) wurden verurteilt. ... Politiker bedienen sich der Wissenschaft, um Handlungen zu rechtfertigen, die eben nicht von der Wissenschaft bestimmt werden. Bernardinis wollte die Bevölkerung beruhigen und hat versagt. Und er hat damit - wenn auch unbeabsichtigt - ein Verbrechen begangen. Für die Wissenschaftler ist dies ein Urteil beispielloser Strenge. ... Man sollte dem Schmerz in L'Aquila nicht mit solchen Urteilen oder der Suche nach Sündenböcken begegnen."

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