Navigation

 
Der Standard - Österreich | Dienstag, 20. November 2012

Frankreichs Konservative wählen Populismus

Jean-François Copé hat am Sonntag die Urwahl um den Vorsitz der konservativen Oppositionspartei UMP gewonnen. Er setzte sich mit hauchdünnem Vorsprung gegen den Ex-Premier François Fillon durch. Die linksliberale Tageszeitung Der Standard bedauert, dass mit diesem Ergebnis der Populismus gesiegt hat: "Vor allem die französische Rechte hält diese bonapartistische Haudegen-Politik bis heute hoch: Auch Nicolas Sarkozy lebte fünf Jahre lang so. Copé ist ebenso agil und schlagfertig - und so handstreichartig, wie sein Vorbild einst die UMP eroberte, sucht nun auch Copé die Stufen auf dem Weg in den Élysée-Palast hinaufzuklettern. Auf der Strecke bleibt der - auch im Stil - konservativ bedächtige Fillon, der auf Anstand setzt und in Umfragen anfangs klarer Favorit war. Der klassische Gaullist sozialliberaler Prägung wurde von Copés aggressiver Wahlkampagne geradezu überfahren und hätte es in jedem Fall schwer gegen Copé und Sarkozy, der jetzt wohl auf ein Comeback hofft. Die Medienpopulisten, diese heutigen Bonapartisten, geben den Ton vor - und das ist bedenklich."

» zur gesamten Presseschau vom Dienstag, 20. November 2012

Weitere Inhalte