Gazeta Wyborcza - Polen | Montag, 20. November 2006
Das deutsch-polnische Vertreibungsschicksal als Theaterstück
Der polnische Regisseur und Dramatiker Jan Klata macht in seinem neuen Theaterstück "Transfer!" die Zwangsumsiedlungen von Polen und Deutschen am Ende des Zweiten Weltkriegs zum Thema. Dabei lässt Klata Vertriebene aus beiden Ländern ihre Geschichten selbst spielen. Roman Pawlowski bespricht die Uraufführung im Breslauer Theater Teatr Wspolczesny. "Politiker werden mit 'Transfer!' Probleme haben, denn Klatas Stück erfüllt keine ideologischen Bedingungen... Auf der mit einer dicken Schicht schwarzer Erde bedeckten Bühne erzählen und spielen alte Menschen die Geschichten ihres Transfers... Nach einer Weile verschmelzen deutsche und polnische Worte zu einer Stimme, die von denselben Gefühlen durchdrungen ist: vom Schmerz über den Verlust der Nächsten, von der Sehnsucht nach dem verlorenen Zuhause, von Einsamkeit und Unsicherheit am neuen Wohnort... 'Transfer!' wird mit Sicherheit nicht allen Erwartungen gerecht. Für die Polen ist es sicher zu deutschlandfreundlich, für die Deutschen zu sehr Anklage. Doch seine Rolle im deutsch-polnischen Dialog ist kaum zu überschätzen."
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