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Süddeutsche Zeitung - Deutschland | Mittwoch, 31. Januar 2007

Das Ende der Steinkohle - aber nicht des Ruhrgebiets

"Wenn jetzt die große Koalition in Berlin das Ende des Steinkohlebergbaus in Deutschland besiegelt, so ist dies alles andere als eine wirtschaftliche Katastrophe für das Ruhrgebiet", meint Johann Schloemann. "Und doch ist das Ende der Steinkohle mehr als der Vollzug eines unausweichlichen Strukturwandels. Denn die Verbundenheit mit dem Bergbau sitzt im größten Ballungsraum Europas so tief wie die allertiefsten Schächte... Es sind diese mentalen Nachwirkungen, die die Sozialdemokratie so lange gehindert haben, der Abschaffung der Steinkohlesubventionen zuzustimmen - nur um die Bergleute als Wähler kann es ihr dabei nicht gegangen sein. Aber vielleicht ist es jetzt besser, bei aller Pflege der Vergangenheit, den Kohlestaub endgültig abzuschütteln. So kann 'im Revier', vor allem aber auch im Rest Deutschlands der Blick frei werden für all die Veränderungen, die das Ruhrgebiet längst erfasst haben: für die neuen Branchen, für die Universitäten, und nicht zuletzt für die neue kulturelle Blüte. Dafür steht die Wahl Essens zur Kulturhauptstadt 2010... Das heißt nicht, dass die wirtschaftlichen Probleme der Region mit Kultur übertüncht werden sollen. Aber das Ruhrgebiet ohne Kohle ist die Chance für ein Ruhrgebiet ohne Klischees."

» zur gesamten Presseschau vom Mittwoch, 31. Januar 2007

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