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Der Tagesspiegel - Deutschland | Donnerstag, 8. März 2007

Mina Ahadi über Toleranz gegenüber Intoleranz

Im Interview mit Caroline Fetscher nimmt die im Iran geborene Frauenrechtlerin Mina Ahadi Bezug auf die Multikulturalismus-Debatte: "Europa zeigt sich nach wie vor tolerant gegenüber Intoleranz. Der Islam sei eben eine andere Kultur, heißt es, da gebe es andere soziale Regeln. Wenn ich so etwas von Politikern gesagt bekomme, auch in Deutschland, empfinde ich das als Zumutung. In erster Linie bin ich Staatsbürgerin und Frau, nicht Muslimin. Und als erwachsener Mensch habe ich das Recht, mich selbst zu definieren. Falsche Rücksichtnahme hilft uns politisch nicht weiter. Keine Frau will eine 'Kultur' der Erniedrigung, keine Frau wünscht sich Gewalt oder Vergewaltigung... Viele der europäischen Politiker sind einfach naiv, wenn sie beispielsweise weiter den Kinder-Hijab dulden, das Kopftuch für Mädchen. Fragen die sich nie, warum die Mehrheit der Muslime zu den elementaren Fragen schweigt?"

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