La Voix du Luxembourg - Luxemburg | Freitag, 4. Mai 2007
Vergangenheitsbewältigung in Estland
Die Versetzung des russischen Kriegsdenkmals aus dem Zentrum von Tallinn auf einen Soldatenfriedhof am Stadtrand hat in den letzten Tagen zu Demonstrationen und heftigen diplomatischen Spannungen zwischen Estland und Russland geführt. Für die einen symbolisiert die Bronzestatue das Ende der Naziherrschaft, für die anderen den Anfang der Besetzung durch die Sowjetunion. Laurent Moyse hebt hervor, "es ist nicht überraschend, dass die Gespenster der Vergangenheit in den zentralen und östlichen Teilen des europäischen Kontinents sukzessive wieder erscheinen. Weiter im Westen hat man sich schon seit längerer Zeit mit den schmerzhaften Episoden der Geschichte beschäftigt... Die nationale Versöhnung war immer eine schmerzhafte Zerreißprobe in den Ländern, die stark traumatisiert waren. Seit 60 Jahren lebt Europa im Frieden, aber in vielen Bereichen ist seine Erinnerung trotz allem die eines bei lebendigem Leib Gehäuteten."
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