Süddeutsche Zeitung - Deutschland | Mittwoch, 13. Juni 2007
Malta und die europäische Flüchtlingspolitik
Die deutsche Tageszeitung geht hart mit der europäischen Flüchtlingspolitik ins Gericht: "Europa hat dichtgemacht. Die Zahl der Asylanträge, die in der EU gestellt werden konnten, ist in den vergangenen zehn Jahren auf ein Drittel gesunken; in Deutschland ist die Zahl der Asylbewerber so niedrig wie schon seit 1984 nicht mehr. Weit weg von Berlin, an den Küsten Andalusiens, werden tote oder lebende Flüchtlinge angespült. Und in den Gewässern vor Malta treiben Boote mit halbverdursteten Menschen... Das Motto der EU-Flüchtlingspolitik heißt: Aus den Augen, aus dem Sinn. Die Flüchtlinge aus Afrika, die es überhaupt schaffen, schaffen es oft nur bis Malta. Aber die Staaten Mitteleuropas denken überhaupt nicht daran, Quoten für die Verteilung dieser Flüchtlinge und eine Art Lastenausgleich festzulegen. Soeben ist das wieder rundweg abgelehnt worden. Man lässt Malta alleine."
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