El País - Spanien | Donnerstag, 18. Oktober 2007
Preise für politische Kunst auf der Biennale in Venedig
Die Jury der 52. Biennale von Venedig hat ihre Preise verliehen, darunter an den argentinischen Künstler Léon Ferrari, die Palästinenserin Emily Jacir und den Bulgaren Nedko Solakov. Alle drei Künstler würden Gewalt thematisieren, meint Caralina Serra: "Mit der Zeit hat sich herausgestellt, dass es doch möglich war, nach Auschwitz Gedichte zu schreiben, aber dieses Jahrhundert der Gewalt hat den Geist gelähmt und den Elfenbeinturm der Künstler gesprengt, die unter diesen miserablen Bedingungen arbeiten mussten. Bei manchen Werken ist die Politik nicht mehr nur Thema, sondern das grundsätzliche Ziel, sie versuchen sich einen Weg ins Bewusstsein der Zuschauer zu bahnen. Die Künstler kommen auf das klare oder metaphorische Anprangern von Gewalt zurück, sie arbeiten mit den Widersprüchen eines Systems, das sie lieber weiterhin im Elfenbeinturm der Kunst eingeschlossen sähe. Auch wenn man ihn dann aus Plexiglas neu bauen müsste."
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