Le Temps - Schweiz | Freitag, 9. November 2007
Demografischer Wandel in Osteuropa
Der Statistiker und Bevölkerungsexperte Philippe Wanner befasst sich mit den Folgen des demografischen Wandels in Osteuropa: "In der Ukraine, Georgien, Russland und Rumänien schrumpft die Bevölkerung beachtlich (zwischen 0,5 und 1 Prozent jährlich)... Die neue demografische Entwicklung beschert uns eine Reihe von neuen Fragen, weil sie über kurz oder lang zu einem Arbeitskräfteschwund, zu einem Anstieg der Abgaben für Renten und der Kosten im Gesundheitswesen führen wird. Das ökonomische Wachstum wird aus vielerlei Gründen gebremst. Doch selbst wenn man ökonomische, politische oder gesellschaftliche Maßnahmen ergreifen sollte, um die Folgen dieses Bevölkerungsrückgangs aufzufangen, gibt es bislang nur wenige und wenig erfolgreiche Gegenmittel. Für die osteuropäischen Länder, die selbst keine Zuwanderung von Arbeitskräften haben, die ihre Bevölkerung wachsen ließe oder für Nachwuchs bei der arbeitenden Generationen sorgen würde, heißt dies, dass nur Familienpolitik die Fruchtbarkeitsrate beeinflussen und einen zu schnellen demografischen Niedergang aufhalten kann."
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